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Neues aus dem Bundesgericht 2020 KW 52

2021-01-07 13:50:00

9C_777/2019 Verwaltungsverfügung - 9C_450/2020; BVG - 

Wenig neues und einiges altes aus dem Bundesgericht KW 1 2021, zusammengestellt von Roland Zahner

  1. 9C_777/2019 Verwaltungsverfügung
  2. 9C_450/2020; BVG -8C_416/2020
  3. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter
  4. 8C_586/2020; Unfallbegriff
  5. 9C_567/2020
  6. 9C_530/2020; "latente Invaliditätsfälle"
  7. 8C_551/2020; frozen shoulder
  8. 8C_777/2019; Fachwissen Gericht
  9. 8C_300/2020
  10. 9C_15/2020; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in einer Homeoffice-Tätigkeit
  11. 8C_475/2020; Einnässungsereignisse begründen Tabellenlohnabzug
  12. 4A_197/2020; Schadenszins
  13. 8C_563/2020; Valideneinkommen Profi-Eishockeyspieler
  14. 8C_500/2020; dominant/adominant
  15. 9C_435/2020; EL-Vermögensverzicht


9C_777/2019

5.2.1. Verwaltungsverfügungen sind nicht nach ihrem bisweilen nicht sehr treffend verfassten Wortlaut, sondern - vorbehältlich des Vertrauensschutzes - nach ihrem wirklichen rechtlichen Bedeutungsgehalt zu verstehen (BGE 141 V 255 E. 1.2 S. 257; 132 V 74 E. 2 S. 76; 120 V 496 E. 1a S. 497; Urteil 9C_76/2020 vom 1. Mai 2020 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).

9C_450/2020; BVG

4.3. Sodann bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin sei aufgrund ihres psychischen Leidens mehrfach hospitalisiert gewesen und habe sich bei ihren Tätigkeiten im Gastgewerbe stets überfordert gefühlt. Es sei zu "zahlreichen" Kündigungen infolge mangelhafter Leistungen gekommen. Sie habe die Arbeitsstellen nur auf Druck der Eltern und wegen ihres Bedürfnisses nach einer eigenen Wohnung angetreten. Eine dauerhafte vollzeitliche Arbeit im Gastgewerbe sei dem Leiden nie angepasst gewesen; der psychische Zusammenbruch im Oktober 2009 und die anschliessende Kündigung seien voraussehbar gewesen. Angesichts dieser Umstände könne bei der letzten Anstellung höchstens von einem Arbeitsversuch gesprochen werden.

Ein subjektives Überforderungsgefühl genügt nicht für die Annahme einer um mindestens 20 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (vgl. Urteil 9C_765/2018 vom 6. Mai 2019 E. 3.3.2). Die geltend gemachte Motivation für den Stellenantritt lässt keinen Schluss auf Arbeits (un) fähigkeit zu. Ein chronifiziertes psychisches Leiden, auch wenn es mehrfach stationär behandelt wurde, steht der Annahme längerer Phasen uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit nicht per se entgegen. "Zahlreiche" Kündigungen werden nicht substanziiert dargelegt, und der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin auf Ende 2008 entlassen wurde, weil sie "den Überblick über die Arbeitsorganisation nicht habe halten können", spricht nicht für eine Arbeitsunfähigkeit bei Antritt der neuen Stelle im Februar 2009. Dass die Beschwerdegegnerin ihre letzte Tätigkeit vom 1. Februar bis zum 16. Oktober 2009 (mit Ausnahme der Zeit vom 23. August bis zum 13. September 2009; vgl. obenstehende E. 4.1) tatsächlich und im Vollzeitpensum ausübte, wird denn auch nicht in Abrede gestellt. Soweit sich die Pensionskasse auf BGE 121 V 112 und das Urteil 9C_169/2009 (SVR 2010 BVG Nr. 18 S. 70) beruft, ergibt sich nichts für sie: In diesen Fällen ging es um eine vorübergehende Arbeitsfähigkeit während knapp zweieinhalb resp. etwas mehr als drei Monaten. Demgegenüber beträgt die Dauer der Arbeitstätigkeit hier rund achteinhalb Monate (vgl. auch Urteil 9C_765/2018 vom 6. Mai 2019 E. 7 für eine neunmonatige Tätigkeit), und ein konkreter Anhaltspunkt für die Qualifikation der Tätigkeit als Arbeitsversuch (beispielsweise reduziertes Pensum oder explizite Bezeichnung im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen; vgl. Urteil 9C_239/2020 16. September 2020 E. 4.2 und 4.3) ist weder dargelegt noch ersichtlich.

8C_416/2020; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter

6.2.3. Soweit das kantonale Gericht bei dieser Ausgangslage die Zumutbarkeit der Beschwerdeführerin für einen Arbeitgeber und damit die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejahte, unterzog es seine eigenen tatsächlichen Feststellungen keiner eingehenden rechtlichen Würdigung. Es zeigte anhand des Werdegangs und Berufswegs der Beschwerdeführerin wohl einlässlich auf, dass ihre diversen Anstellungen konfliktbeladen und lediglich von kurzer Dauer waren und dass selbst ein Arbeitstraining im Rahmen der Wiedereingliederung scheiterte. Indem es dann aber mit der Feststellung, die Unzumutbarkeit gegenüber einem Arbeitgeber ergebe sich nicht aus den Akten, ohne Weiteres von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausging, fällt die rechtliche Würdigung einseitig und unvollständig aus. Denn in diesem Zusammenhang unterbleibt die gebotene Auseinandersetzung mit der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin und ihrer - dadurch geprägten - Erwerbsbiographie, die hier als geradezu ausgesprochen unstabil imponiert. Das dieser Persönlichkeitsstruktur inhärente Konfliktpotenzial ergibt sich eindrücklich aus den oben wiedergegebenen vorinstanzlichen Feststellungen. Aufgrund ihrer psychiatrischen Diagnosen fehlt der Beschwerdeführerin die Fähigkeit zur Interaktion, zur Einfügung in ein personelles und organisatorisches Arbeitsumfeld und zu einer realistischen Selbstwahrnehmung. In einem Arbeitsverhältnis, das wesensgemäss subordinativ ist, ergeben sich daher zwangsläufig Konflikte. Auch Projektarbeiten mit kürzeren Laufzeiten und ohne Teamarbeit, die als angepasste Tätigkeit angegeben wurden, müssen abgeliefert und kommuniziert werden. Dies wird bei der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin - selbst bei Einräumung grösstmöglicher Autonomie - immer wieder zu Zerwürfnissen mit dem Arbeitgeber führen und eine längerfristige, tragbare berufliche Bindung verunmöglichen. Dazu gesellt sich weiter, dass die persönlichkeitsbedingten Defizite der Beschwerdeführerin laut vorinstanzlicher Feststellung, wie vom psychiatrischen Gutachter der asim beschrieben, vorwiegend bei Überforderung und Überlastung zum Tragen kommt. Wird zudem erwogen, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund der narzisstischen Anteile an ihrer Persönlichkeit gewiss nicht auf Tätigkeiten einlassen wird, die sie als ihrem intellektuellen Niveau unangepasst empfinden könnte, verbleibt kein eigentlicher Fächer möglicher Tätigkeiten mehr, sondern bloss noch ein von vornherein sehr limitiertes Angebot.

Auch wenn die Unverwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit nicht leichthin anzunehmen ist (vgl. E. 4 hievor), lassen vorliegend die vorinstanzlichen Feststellungen zur psychiatrischen Diagnose und zur daraus resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wie auch die Erwerbsbiographie keinen anderen Schluss zu. Die zumutbare Tätigkeit ist nur unter derart eingeschränkten Bedingungen möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt. Die Beschwerdeführerin ist einem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt realistischerweise nicht zumutbar und - selbst unter Berücksichtigung von Nischenarbeitsplätzen - nicht in der Lage, die ihr attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % - im Rahmen einer tragfähigen vertraglichen Bindung anhaltend - wirtschaftlich zu verwerten.

8C_586/2020; Unfallbegriff

3.3. Nach der Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 S. 118 mit Hinweisen).

3.4. Diese in erster Linie zu Geschehen im Körperinnern ergangene Rechtsprechung wurde vom Bundesgericht auch in dem von der ÖKK im kantonalen Verfahren zitierten Urteil 8C_36/2013 vom 14. Januar 2014 E. 4 f. angeführt. Der damals betroffen gewesene Versicherte sollte als Elektriker mit einem "marteau-piqueur" (Presslufthammer), ein Loch in eine Wand fräsen. Dabei wurde das Bohreisen ("mèche") in der Mauer plötzlich blockiert. Die durch die Wucht der sich nunmehr drehenden Maschine ergebende heftige Bewegung auf den rechten Arm waren vom Betroffenen nicht zu kontrollieren gewesen. Daher war das Geschehen als programmwidrig und der evidente äussere Faktor zugleich als ungewöhnlich zu bezeichnen.

Nichts anderes ist im vorliegenden Fall anzunehmen: Das vom Versicherten verwendete Gerät mag zwar geringeres Gewicht aufgewiesen haben. Allerdings stand dieser beim Bohrvorgang nicht auf sicherem Boden, sondern auf einer Bockleiter, wo er zudem das Gerät allein mit der rechten Hand über Kopf handhaben musste. Diese erschwerten Bedingungen trugen mit dazu bei, dass die beim Bohrvorgang am Gemäuer unter Kraftaufwand zu führende Maschine, indem sie auf ein Hindernis stiess, ausser Kontrolle geriet und dementsprechend auf den Körper des Versicherten einwirkte. Daher ist nicht einzusehen, weshalb der vorliegende Fall anders als der im zitierten Urteil 8C_36/2013 beurteilte zu entscheiden ist. Die Beschwerde ist gutzuheissen.

9C_567/2020

6.1. Alleine gestützt auf bildgebende Befunde am Bewegungsapparat können keine Aussagen zum Gesundheitszustand einer versicherten Person gemacht werden. Relevant sind vielmehr die Erkenntnisse aus der klinischen Untersuchung (vgl. Urteil 9C_470/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Hinsichtlich der Klinik wird vom Beschwerdeführer mehrfach bekräftigt und ist damit unstrittig, dass es nach den Begutachtungen durch die MEDAS zu einer Exazerbation der Schmerzen an der rechten Körperhälfte respektive zu progredienten Schulterbeschwerden rechts gekommen ist, weshalb er im Herbst 2019 an eine Fachklinik überwiesen wurde. Entgegen seiner Ansicht sind die Berichte vom Oktober und November 2019 daher nicht geeignet, Zweifel an der Beweiskraft der MEDAS-Gutachten zu erwecken.

3.2. Die Kritik an der Beweiskraft der rheumatologischen Expertise vom 11. April 2016 verfängt ebenfalls nicht: Die Vorinstanz hat einbezogen, dass die Einschätzung des Dr. med. C.________ aufgrund seiner Stellung als behandelnder Arzt mit Vorbehalt zu würdigen ist (vgl. statt vieler: BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.; Urteil 9C_337/2017 vom 27. Oktober 2017 E. 3.3.6). Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand alleine, dass die Angaben seines behandelnden Rheumatologen betreffend das Ausmass des Gesundheitsschadens vom Gutachten abweichen, nichts ableiten. Aus der Beurteilung des Dr. med. C.________ vom 30. November 2016 - wie im Übrigen auch aus derjenigen des Dr. med. D.________, Spital E.________ (Bericht vom 21. März 2012 - ergeben sich denn auch keine relevanten Aspekte, welche in der rheumatologischen Expertise (und der Stellungnahme des Dr. med. B.________ vom 20. Dezember 2016) unberücksichtigt geblieben wären. Gleiches gilt für die Berichte des Prof. Dr. med. F.________ und des Dr. med. G.________, Spital E.________, vom 17. Februar und 4. April 2017. Was alsdann die bildgebenden (radiologischen) Veränderungen betrifft, mit welchen der Beschwerdeführer eine Verschlechterung belegen will, hat das kantonale Gericht zu Recht festgehalten, dass solche für sich alleine nicht notwendigerweise auf eine funktionelle Einschränkung schliessen lassen. Es ist vielmehr Aufgabe des Gutachters, die bei der Bildgebung erhobenen Befunde anhand der Klinik zu überprüfen (vgl. Urteile 9C_68/2014 vom 2. Juni 2014 E. 3.3; 8C_282/2012 vom 11. Mai 2012 E. 5). Dr. med. B.________ hat in concreto schlüssig dargelegt, dass von einer unveränderten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, weil es an einer ausgewiesenen Arthritisaktivität in den Händen fehle und auch das Belastungsverhalten des Versicherten nicht auf eine (zusätzliche) Einschränkung hindeute (Stellungnahme vom 20. Dezember 2016, S. 6). Darauf durfte das kantonale Gericht abstellen, ohne Bundesrecht zu verletzen. Von einer willkürlichen Beweiswürdigung, wie sie in der Beschwerde gerügt wird, kann nicht die Rede sein. Auch die sonstigen Vorbringen vermögen keine Zweifel an der Beweiskraft des rheumatologischen Gutachtens vom 11. April 2016 zu begründen. Inwieweit die zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht erstellt sein und ein hinreichender Anlass für weitere Abklärungen bestehen soll, ist folglich nicht ersichtlich.

3.3. Soweit die Versicherte geltend macht, die Akten ihrer früheren Hausärztin Dr. med. G.________ hätten zwingend beigezogen werden müssen, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Über die Anamnese gab der Bericht der die Versicherte seit 2010 als Hausärztin behandelnden Dr. med. D.________ vom 30. Oktober 2011 ausreichend Auskunft. Bei den mit der Beschwerdeschrift in diesem Zusammenhang letztinstanzlich eingereichten Unterlagen handelt es sich um unzulässige Noven, kann doch von einer Veranlassung durch den angefochtenen Entscheid nicht die Rede sein (Art. 99 Abs. 1 BGG). Davon abgesehen lässt sich den Unterlagen medizinisch nichts Neues entnehmen, was für den Ausgang des Verfahrens relevant wäre.

Entgegen der Auffassung der Versicherten ist nicht zu beanstanden, dass keine weiteren bildgebenden Untersuchungen betreffend die Chondrose und die Diskushernie angeordnet worden sind. Es liegt im Ermessen der begutachtenden Ärzte, zu entscheiden, ob neue Abklärungen erforderlich sind, um den Gesundheitszustand einer versicherten Person beurteilen zu können (Urteil 9C_830/2009 vom 27. Januar 2010 E. 3.3). Dass Dr. med. F.________ gestützt auf die in der orthopädisch/rheumatologischen Untersuchung vom 9. Februar 2012 erhobenen diskreten Befunde keine weiteren Abklärungen angeordnet hat, mindert die Beweiskraft seiner Expertise nicht. Im Übrigen schlagen sich radiologisch erhobene Veränderungen im Wirbelsäulenbefund alleine nicht notwendigerweise im Ausmass der funktionellen Einschränkung nieder; vielmehr sind derartige Befunde jeweils anhand der Klinik zu überprüfen (Urteil 8C_282/2012 vom 11. Mai 2012 E. 5).

Zu Unrecht kritisiert die Versicherte weiter, dass die Vorinstanz und der Gutachter in ihrem Fall die psychosozialen Faktoren (die nach BGE 127 V 294 E. 4 S. 299 nicht im Rahmen von Art. 4 Abs. 1 IVG als zu Erwerbsunfähigkeit führende Gesundheitsbeeinträchtigungen versichert sind) nicht genauer bezeichnet, sondern sich diesbezüglich mit unspezifischen Behauptungen begnügt hätten. Denn in seinem Gutachten vom 21. März 2012, das im angefochtenen Entscheid wiedergegeben ist, nennt Dr. med. E.________ diese detailliert. So erwähnt er unter anderem einen seit Jahren bestehenden Paarkonflikt, Probleme mit dem Sohn, die jahrelange Aufopferung für die Familie (unter anderem Pflege des querschnittgelähmten Ehemannes) sowie die Mehrfachbelastung durch Haushalt, Familie und Arbeit bei fehlender Anerkennung.

Insgesamt ergibt sich aus den Akten nichts, das geeignet wäre, den Beweiswert der Entscheidungsgrundlagen in Zweifel zu ziehen. Das vorinstanzliche Abstellen auf die Schlussfolgerungen der beiden RAD-Ärzte Dres. med. E.________ und F.________ kann jedenfalls nicht als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden; das Bundesgericht ist daher an die betreffenden Feststellungen gebunden. Unter den gegebenen Umständen ist der Verzicht der Vorinstanz auf weitere Abklärungen als Ergebnis pflichtgemässer antizipierter Beweiswürdigung von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden und der Vorwurf der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes somit unbegründet (vgl. E. 1.2).

9C_530/2020; "latente Invaliditätsfälle"

3.2. Löst der Arbeitgeber den Anschlussvertrag mit der Vorsorgeeinrichtung auf, so haben sich die bisherige und die neue Einrichtung über den Verbleib oder Wechsel der Rentenbezüger zu einigen, sofern der Anschlussvertrag für diesen Fall keine Regelung vorsieht. Fehlt eine Regelung im Anschlussvertrag oder kommt zwischen der bisherigen und der neuen Vorsorgeeinrichtung keine Vereinbarung zustande, so verbleiben die Rentenbezüger bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung (Art. 53e Abs. 4 BVG).

Auch bei latenten Invaliditätsfällen ist grundsätzlich nur eine Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig. Bei Fehlen einer anderslautenden Bestimmung im Übernahmevertrag ist dies die bisherige unter Weiterbestehen des bisherigen Anschlussvertrages (Art. 53e Abs. 6 BVG; HANS-ULRICH STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl. 2019, Rz. 1081; UELI KIESER, in: Handkommentar zum BVG und FZG, 2019, N. 23 i.V.m. N. 34 zu Art. 53e BVG). Latente Invaliditätsfälle sind solche, bei denen die Arbeitsunfähigkeit vor, die damit zusammenhängende Invalidität hingegen erst nach Auflösung des Anschlussvertrages eingetreten ist (Art. 53e Abs. 6 i.f. BVG; STAUFFER, a.a.O., Rz. 1081 und dortige Fn. 131). Sie sind demnach im Zeitpunkt des Anschlusswechsels "nur" der Möglichkeit nach vorhanden, aber noch nicht in Erscheinung getreten (BGE 145 V 343 E. 3.1.2 S. 350).

8C_551/2020; frozen shoulder

6.

6.1. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen fehlt es an echtzeitlichen ärztlichen Belegen für eine unmittelbar nach dem Unfall aufgetretene Funktionseinschränkung des rechten Armes. Inwiefern die diesbezüglichen Erwägungen des kantonalen Gerichts unrichtig wären, vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun. Des Weiteren ging die Vorinstanz davon aus, dass selbst anlässlich der Erstkonsultation im Spital E.________ am 27. Dezember 2018, also mehr als drei Wochen nach dem Unfall, keine Einschränkung der Beweglichkeit dokumentiert worden sei, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist.

6.2. Bei dieser Beweislage schloss das kantonale Gericht die Verursachung der adhäsiven Kapsulitis (auch Frozen Shoulder genannt) durch die Schulterprellung am 3. Dezember 2018 gestützt auf die seiner Auffassung nach voll beweiskräftigen Berichte der Suva-Kreisärztin vom 27. Mai und 17. Juni 2019 aus.

6.3. Gemäss Stellungnahme des Dr. med. D.________ vom 3. Juni 2019, der sich diesbezüglich ebenso wie die Suva-Kreisärztin auf die einschlägige medizinische Fachliteratur beruft, sei es hingegen für eine traumatisch bedingte adhäsive Kapsulitis typisch, dass unmittelbar nach dem Vorfall lediglich über Schmerzen geklagt werde, eine Einsteifung der Schulter sich aber oft erst Wochen später einstelle.

6.4. Es besteht somit ein Widerspruch der ärztlichen Einschätzungen hinsichtlich der Kriterien, die aus medizinischer Sicht für die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem beim Beschwerdeführer vorliegenden Befund der Kapsulitis beziehungsweise den dadurch bedingten, auch über den 12. April 2019 noch anhaltenden Einschränkungen und dem am 3. Dezember 2018 erlittenen Unfall massgeblich sind. Während gemäss Suva-Kreisärztin eine sofortige Funktionseinschränkung verlangt wird, eine schleichende Entwicklung hingegen für die krankhafte Verursachung spricht, hält Dr. med. D.________ den hier dokumentierten Verlauf mit verzögerter Versteifung für typisch unfallbedingt, was hinreichende Zweifel an den versicherungsinternen Berichten begründet. Indem das kantonale Gericht die ärztlicherseits widersprüchlich beurteilte fehlende zeitnahe Schultersteife in seinem Entscheid ohne die dazu erforderlichen medizinischen Fachkenntnisse als ausschlaggebend für die Ätiologie der Schädigung als nicht unfallbedingt erachtete, verletzte es die bundesrechtlichen Regeln über die Beweiswürdigung. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie ein Gerichtsgutachten einhole und gestützt darauf über die Beschwerde erneut entscheide.

8C_777/2019; Fachwissen Gericht

6.2. Bei Vorliegen eines Gerichtsgutachtens weicht das Gericht nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa S. 352 f. mit Hinweis; SVR 2015 UV Nr. 4 S. 13, 8C_159/2014 E. 3.2; Urteil 8C_132/2018 vom 27. Juni 2018 E. 6.1.2).

6.4. Bei Zweifeln an der vom AEH attestierten Arbeitsfähigkeit wäre die Vorinstanz indessen gehalten gewesen, bei den Gutachtern, die sie selber mit der Untersuchung beauftragt hatte, nachzufragen. Indem sie, ohne über die erforderlichen Fachkenntnisse zu verfügen, den Umfang der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit eigenständig festsetzte, verletzte sie die bundesrechtlichen Beweiswürdigungsregeln (oben E. 6.2) und den Untersuchungsgrundsatz. Der angefochtene Entscheid erweist sich insoweit als bundesrechtswidrig. Die Sache ist daher zur diesbezüglichen sachverhaltlichen Ergänzung in medizinischer Hinsicht sowie zu neuer Entscheidung (sofern verlangt, nach Durchführung einer öffentlichen Verhandlung) an die Vorinstanz zurückzuweisen.

8C_300/2020

2.6.2. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung (en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil 8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E. 6.1. mit Hinweis auf die Urteile 9C_137/2017 vom 8. November 2017 E. 3.1; 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2 in: SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81 und 9C_710/2014 vom 26. März 2015 E. 2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt, um auf einen verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (8C_170/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.3; SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.2; Urteil 9C_59/2019 vom 29. Mai 2019 E. 4.3.2; 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E. 5.3.2.1; 8C_419/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.3).

9C_15/2020; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in einer Homeoffice-Tätigkeit

6.2.3. Die IV-Stelle weist zu Recht darauf hin, dass der (theoretisch) ausgeglichene Arbeitsmarkt, der hier massgeblich ist (vgl. E. 6.1), - gerade - im kaufmännischen Bereich diverse Arbeitsstellen vor sieht, welche grossmehrheitlich auch von zu Hause aus ausgeführt werden können, da sie nicht an einen bestimmten Arbeitsort gebunden sind. Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit ist demzufolge zu bejahen. Der gegenteilige Schluss des kantonalen Gerichts ist bundesrechtswidrig.

8C_475/2020; Einnässungsereignisse begründen Tabellenlohnabzug

6.4. Zwar trifft zu, dass die Gutachter eine den eben genannten Einschränkungen Rechnung tragende leidensangepasste Tätigkeit mit einem 50 %-Pensum für zumutbar halten. Doch ist nicht als bundesrechtswidrig zu beanstanden, dass das kantonale Gericht unter den gegebenen Umständen nach nicht zu beanstandender Würdigung aller Unfallrestfolgen die Rechtsfrage bejahte, wonach der Beschwerdegegner mit diesen Einschränkungen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern über die Pensumsreduktion von 50 % hinaus eine zusätzliche Lohneinbusse hinzunehmen hat. Denn ihm steht nach zutreffender vorinstanzlicher Feststellung aufgrund seiner Gesundheitsschäden nicht nur ein bloss noch eingeschränktes Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten offen. Er hat dabei überdies Einnässungsereignisse hinzunehmen, was die verbleibende Auswahl an Verweisungstätigkeiten zusätzlich einschränkt (siehe dazu die Urteile 8C_560/2018 und 8C_618/2018 vom 17. Mai 2019 E. 5.3.2 mit Hinweisen sowie 8C_579/2017 vom 11. Dezember 2017 E. 7.4.1 i.f.). Soweit die Vorinstanz den begründeten leidensbedingten Tabellenlohnabzug gesamthaft auf 20 % schätzte, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, das kantonale Gericht habe das ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt. Folglich bleibt es bei dem laut angefochtenem Entscheid zu berücksichtigenden leidensbedingten Tabellenlohnabzug von 20 %, so dass die vorinstanzliche Festsetzung des zumutbaren Invalideneinkommens auf Fr. 26'972.- (vgl. E. 6.1 hievor) nicht zu beanstanden ist.

9C_240/2020; kein Betrug durch Unterlassen bei Meldepflichtverletzung

2.2. Ist die Strafverfolgung aufgenommen und bereits rechtskräftig (mit Urteil oder Einstellungsverfügung) abgeschlossen worden, so ist die über den Rückforderungsanspruch befindende Behörde an diesen Entscheid der Straf (verfolgungs) behörde gebunden. Fehlt es indessen an einem solchen Entscheid, haben die Verwaltung und gegebenenfalls das Sozialversicherungsgericht - sofern das Verfahren nicht bis zum Vorliegen eines strafrechtlichen Entscheids ausgesetzt wird - vorfrageweise selbst darüber zu befinden, ob sich die Rückforderung aus einer strafbaren Handlung herleitet und der Täter dafür strafbar wäre. Dabei gelten die gleichen beweisrechtlichen Anforderungen wie im Strafverfahren, so dass der sonst im Sozialversicherungsrecht geltende Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht ausreicht; zudem gilt die Unschuldsvermutung (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86; BGE 127 I 38 E. 2a S. 40). Unterbleibt eine Strafanzeige, so bestehen rechtsprechungsgemäss erhebliche Zweifel am Vorliegen einer strafbaren Handlung (BGE 113 V 256 E. 4a S. 259; Urteil 8C_118/2012 vom 11. September 2012 E. 5.5). Auf jeden Fall hat die Behörde, die sich auf die strafrechtliche Verjährungsfrist beruft, Aktenmaterial zu produzieren, welches das strafbare Verhalten hinreichend ausweist. Erforderlich ist, dass eine objektiv strafbare Handlung vorliegt und dass die auf Rückerstattung belangte Person resp. deren Organ die strafbare Handlung begangen hat und die subjektiven Strafbarkeitsvoraussetzungen erfüllt (Urteil 8C_580/2018 vom 9. Januar 2019 E. 4.3.3 mit Hinweis auf BGE 138 V 74 E. 6.1 S. 80).

4.

4.1. Es steht fest, dass der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin über die am 2. Oktober 2009 erfolgte Kapitalauszahlung der Pensionskasse in der Höhe von Fr. 162'337.50 hätte orientieren müssen (Art. 31 ATSG; zur Pflicht des Leistungsbezügers, dem Versicherer jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen zu melden, vgl. BGE 140 IV 11 E. 2.4.4 S. 16 f.); eine Verletzung seiner Meldepflicht stellt denn auch der Beschwerdeführer nicht in Abrede. Ein über diesen Tatbestand hinausgehendes täuschendes Verhalten durch unwahre Angaben oder anderes aktives Verhalten liegt indessen nicht vor. Wie der Beschwerdeführer richtig einwendet, ist eine Täuschungshandlung insbesondere nicht schon darin zu sehen, dass er trotz erfolgter Kapitalauszahlung weiterhin Versicherungsleistungen entgegengenommen hat. Der Entgegennahme solcher kommt rechtsprechungsgemäss auch konkludent kein positiver Erklärungswert zu. Etwas anders könnte nur gelten, wenn zum Leistungsbezug bzw. -empfang weitere Handlungen hinzuträten, welchen objektiv die Erklärung beizumessen wäre, es habe sich nichts an den Anspruchsvoraussetzungen geändert (BGE 140 IV 11 E. 2.4.1 S. 15). Entgegen den Feststellungen im angefochtenen Entscheid fehlt es an solchen Handlungen: Wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, war wohl der Fragebogen im Rahmen der periodischen Überprüfung vom September 2009 darauf ausgelegt, die Einkommens- und Vermögensverhältnisse vollständig und lückenlos zu erfassen, was bereits aus der abschliessenden Auffangfrage nach "sonstigem Vermögen" erhellt. Die im Erhebungsbogen gestellten Fragen bezogen sich aber auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse bis zum 31. Dezember 2008 (dasselbe gilt im Übrigen für die Hinweise im Einladungsschreiben vom 4. September 2009). Insbesondere wurde in Ziffer 8 des Erhebungsbogens ausdrücklich nach dem "Vermögen (Stand 31.12.) " gefragt. Es besteht offensichtlich kein Grund zur Annahme, in den Folgefragen zum Vermögen (betreffend Lebensversicherungen, Freizügigkeitspolicen, Rentenversicherungen und sonstigem Vermögen) sei nach dem Vermögensstand zu einem späteren Zeitpunkt, namentlich ab dem 1. Januar 2009 gefragt worden; entsprechende Hinweise fehlen im Fragebogen vollends. Es ist auch nicht ersichtlich oder im angefochtenen Entscheid festgestellt, dass derlei Fragen im Rahmen des am 22. September 2009 persönlich mit dem Beschwerdeführer geführten (nicht protokollierten) Gesprächs erörtert worden wären. Mit Blick darauf ist der vorinstanzliche Schluss unhaltbar, die Beschwerdegegnerin habe im Fragebogen die vollständige und lückenlose Kenntnis über alle Vermögens- und Einkommensbestandteile auch ab dem 1. Januar 2009 in Erfahrung bringen wollen. Wurde der Beschwerdeführer aber nicht nach den Vermögensverhältnissen ab dem Januar 2009 gefragt, kann er diesbezüglich keine unwahren Angaben gemacht haben.

Aktenkundig ergibt sich ein Interesse der Verwaltung an den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Jahres 2009 erst aus den im Anschluss an die Befragung getätigten schriftlichen Nachfragen (zu einem Sparkonto bei der B.________ AG Bank sowie zu der Höhe der Altersrente aus beruflicher Vorsorge). Dem Beschwerdeführer werden aber betreffend diese Nachfragen keine unwahren Angaben vorgeworfen.

4.2. Im Rahmen der zweiten periodischen Überprüfung vom 3. Februar 2015 wurde der Beschwerdeführer nach seinen Vermögensverhältnissen per 31. Dezember 2014 befragt. Anders als anlässlich der dritten Überprüfung im Jahr 2018, bei welcher der Beschwerdeführer die 2009 erfolgte Kapitalauszahlung korrekt deklarierte, wurde er 2015 nicht danach gefragt, ob er von der Pensionskasse jemals (Hervorhebung im Original) eine Kapitalauszahlung erhalten habe. Insofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe im Einspracheentscheid vom 25. April 2019 Gegenteiliges behauptet, ist darauf nicht näher einzugehen, bildet doch einzig der kantonale Entscheid vom 4. Februar 2020 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens (Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG). Darin finden sich diesbezüglich keine Feststellungen. Ein über den Tatbestand der Meldepflichtverletzung hinausgehendes täuschendes Verhalten durch unwahre Angaben oder ein anderes aktives Verhalten lässt sich auch dem Bericht betreffend die periodische Überprüfung vom 3. Februar 2015 nicht entnehmen. Ebenso wenig ist ein solches Verhalten anlässlich des gleichentags mit dem Beschwerdeführer persönlich geführten (nicht protokollierten) Gesprächs ersichtlich oder im angefochtenen Entscheid festgestellt.

4.3. Zusammenfassend fehlt es bereits an einem täuschenden Verhalten durch unwahre Angaben oder ein anderes aktives Verhalten des Beschwerdeführers. Damit erschöpft sich sein Verhalten in der Missachtung von Meldepflichten, womit einzig Betrug durch Unterlassen in Betracht kommt. Ein solcher ist nur unter den Voraussetzungen eines unechten Unterlassungsdelikts strafbar und mithin nur durch denjenigen Täter möglich, den gegenüber dem Geschädigten eine qualifizierte Rechtspflicht zum Handeln im Sinne einer Garantenpflicht trifft. Eine solche lässt sich nicht aus Meldepflichten ableiten (BGE 140 IV 11 E. 2.3.2 S. 14 und E. 2.4.3 S. 16; je mit Hinweisen). Folglich braucht auf die weiteren Tatbestandselemente des Betrugs (unter Berücksichtigung der mit Blick auf die wohl fehlende Strafanzeige generell bestehenden Zweifel am Vorliegen einer strafbaren Handlung; vgl. E. 2.2 hievor) nicht näher eingegangen zu werden. Insbesondere kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer der vorinstanzlichen Argumentation folgend bereits im Zeitpunkt der periodischen Überprüfung vom September 2009 über den Anspruch auf Austrittsleistungen der Pensionskasse im Bilde war und ob er darum wusste, dass bereits die Entstehung des (fälligen) Anspruchs und nicht erst die im Oktober 2009 erfolgte effektive Auszahlung der Kapitalleistung diese zum Vermögensbestandteil werden lässt. In Bezug auf Letzteres braucht auch nicht näher auf die zumindest sinngemäss geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs eingegangen zu werden.

4A_197/2020; Schadenszins

3.7.5.2. Die Beschwerdeführerin beantragt, der Gesamtbetrag von Fr. 1'662'555.-- sei seit dem 6. März 2020 zu verzinsen.

Nach ständiger Rechtsprechung gehört zum Schaden auch der Zins vom Zeitpunkt an, an welchem sich das schädigende Ereignis finanziell ausgewirkt hat, bis zum Tag der Zahlung des Schadenersatzes (BGE 131 Ill 12 E. 9.1 S. 22; 81 II 512 E. 6 S. 519). Davon ging insoweit unbeanstandet auch die Vorinstanz in ihrem Erstentscheid aus. Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen werden mit Eintritt des den Anspruch begründenden Ereignisses fällig. Der ab diesem Tage zuzusprechende Zins ist nicht Verzugszins, sondern Bestandteil des Schadenersatzes bzw. der Genugtuung. Er bezweckt, den Anspruchsberechtigten so zu stellen, wie wenn er für seine Forderung am Tage der unerlaubten Handlung befriedigt worden wäre (BGE 81 II 512 E. 6 S. 519 mit Hinweis). Der bis zum massgebenden Zeitpunkt entstandene, tatsächlich berechnete Schaden ist ohne Aufrechnung der bisherigen Zinsen ab Entstehung bis zur Bezahlung mit 5 % zu verzinsen unter Vorbehalt des Nachweises eines höheren Schadens (BGE 131 III 12 E. 9.5 S. 25).

8C_563/2020; Valideneinkommen Profi-Eishockeyspieler

3.1. Die Vorinstanz erwog zunächst, der Beschwerdegegner sei im Zeitpunkt des Unfalls 27,5 Jahre alt und seit acht Jahren in der National League A (NLA; heute: National League) als Eishockeyspieler tätig gewesen, davon zwei Jahre für den Eishockeyclub E.________ und sechs Jahre für den Eishockeyclub B.________. Mit Blick auf das hohe Einkommen als Profispieler sowie darauf, dass er sich in einem für seinen Beruf idealen Alter befunden habe, sei nicht einzusehen, weshalb er seine Karriere auch ohne Unfall etwa zum selben Zeitpunkt wie mit dem Unfall hätte aufgeben sollen. Weiter erkannte sie, der Eishockeyclub B.________ sei zwar nach der Saison 2014/2015 in die National League B (NLB; heute: Swiss League) abgestiegen. Daraus könne aber nicht geschlossen werden, dass der Beschwerdegegner weiterhin für sie tätig gewesen wäre. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er bei guter Gesundheit nach dem Abstieg des Eishockeyclubs B.________ von einem NLA-Club angestellt worden wäre und er dabei weiterhin sein bisheriges Einkommen erzielt hätte. Dieses habe sich im Zeitpunkt des Unfalls auf Fr. 166'800.- belaufen und wäre im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns unverändert geblieben. Hinzuzurechnen seien Pauschalspesen von Fr. 12'600.-, da sie in diesem Umfang die vom kantonalen Steueramt genehmigten Pauschalspesen von Fr. 6600.- pro Jahr übersteigen würden. Daraus resultiere ein Valideneinkommen von Fr. 179'400.- per 2016.

4.2.3. Mit diesen Vorbringen vermag die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Beurteilung der hypothetischen Validenkarriere des Beschwerdegegners nicht als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Dass es an einem konkreten Übernahmeangebot eines NLA-Clubs im Zeitpunkt des Unfalls fehlte, spricht nicht gegen ein weiteres Engagement des Beschwerdegegners in der NLA, war doch die Saison 2014/2015 noch nicht weit fortgeschritten, wie die Vorinstanz richtig erkannte. Hinzu kommt, dass das Arbeitsverhältnis noch bis zum 30. April 2016 angedauert hätte. Sodann mag zwar zutreffen, dass ein Club-Wechsel von mehreren Faktoren abhängt. Wenn aber das kantonale Gericht mit Blick auf den bisherigen Karriereverlauf (acht Jahre Eishockey in der Schweiz in der höchsten Spielklasse für zwei verschiedene Clubs), die viel besseren Verdienstaussichten in der NLA gegenüber der NLB sowie aufgrund der Aussagen der Verantwortlichen des Eishockeyclubs B.________ zum Schluss gelangte, der Beschwerdegegner wäre überwiegend wahrscheinlich (vgl. dazu E. 2.3 hiervor) ohne den Unfall nach dem Abstieg des Eishockeyclubs B.________ für einen NLA-Club tätig gewesen, so ist dies nicht zu beanstanden. Anzufügen bleibt, dass das Angebot an Stellen für einen Eishockeyspieler (Stürmer) wesentlich grösser ist als dasjenige für Trainer (bezüglich des Stellenangebots für Fussballtrainer: vgl. das jüngst ergangene Urteil 8C_298/2020 und 8C_304/2020 vom 2. November 2020 E. 4.2.2 mit Hinweis).

4.2.5. Des Weiteren vermag die Beschwerdeführerin auch aus der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung der IV-Stelle, mit welcher der Anspruch des Beschwerdegegners auf Umschulungsmassnahmen wegen einer zu geringen Erwerbseinbusse bei einem Valideneinkommen von Fr. 100'000.- bis Fr. 120'000.- abgelehnt worden war, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung entfaltet gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung (BGE 131 V 362). Daraus folgt auch, dass dem Versicherten im UV-Verfahren nicht vorgeworfen werden darf, er habe die Invaliditätsschätzung im IV-Verfahren nicht angefochten (Urteil 8C_224/2019 vom 18. September 2019 E. 4.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdegegner hat zudem nachvollziehbar dargelegt, dass er aufgrund der zum damaligen Zeitpunkt bereits begonnenen und selber finanzierten Ausbildung kein Interesse an der Anfechtung der Verfügung hatte.

4.2.6. Die Vorinstanz legte ferner überzeugend dar, dass der Beschwerdegegner bei einem Club-Wechsel nicht mehr, aber auch nicht weniger als zuletzt beim Eishockeyclub B.________ verdient hätte. Sie trug dabei der langjährigen Erfahrung des Beschwerdegegners und seinem noch während mehreren Jahren bestehenden Leistungspotenzial Rechnung, was nicht zu beanstanden ist. Folglich ist mit dem kantonalen Gericht gestützt auf das zuletzt tatsächlich erzielte Einkommen (vgl. E. 2.4 hiervor) von einem Valideneinkommen von Fr. 179'400.- auszugehen.

4.2.7. Allerdings wies das kantonale Gericht zu Recht auch darauf hin, dass professioneller Spitzensport mit hohen Verdienstmöglichkeiten in aller Regel nur bis zu einem gewissen Alter betrieben werden kann. Einer dadurch bedingten anspruchserheblichen Veränderung des Valideneinkommens wird die Beschwerdeführerin gegebenenfalls im Rahmen einer Rentenrevision Rechnung zu tragen haben (vgl. Urteil I 779/03 vom 22. Juni 2004 E. 5). Indem die Vorinstanz - zumindest implizit - davon ausging, dass dieses Alter im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 7. November 2018 noch nicht erreicht war, verletzte sie ebenfalls kein Bundesrecht.

8C_500/2020; dominant/adominant

3.2.3. Entgegen den Vorbringen der SWICA ergibt sich aus der Rechtsprechung nicht, ein Abzug gemäss BGE 126 V 75 sei grundsätzlich nicht gerechtfertigt, wenn lediglich die Funktionsfähigkeit der adominanten Hand beeinträchtigt ist. Wie das kantonale Gericht zutreffend erkannt hat, ist das Bundesgericht in dem von der SWICA angerufenen Urteil 8C_878/2019 vom 21. August 2019 E. 5.3.2 einzig zum Schluss gelangt, angesichts der Ausbildung und der beruflichen Karriere des 56 Jahre alten Beschwerdeführers könne nicht gesagt werden, ihm stünden nunmehr lediglich Hilfsarbeitertätigkeiten im Grosshandel offen, bei denen er aufgrund der Lähmung im (dominanten) rechten Arm möglicherweise beeinträchtigt wäre. Unter diesem Aspekt sei ein Abzug nicht gerechtfertigt, weil der Beschwerdeführer nach wie vor die Funktion eines Geschäftsführers inklusive administrativer Arbeiten hätte erfüllen können. Solche Verhältnisse liegen im vorliegend zu beurteilenden Fall fraglos nicht vor. Angesichts der funktionell erheblich eingeschränkten linken adominanten Hand ist nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht die Frage, ob ein behinderungsbedingt oder ein anderweitig begründeter Abzug vorzunehmen sei, grundsätzlich bejaht hat. Dem ist beizufügen, dass erfahrungsgemäss viele Menschen nicht eindeutig links- oder rechtshändig sind. Daher hat das Bundesgericht in langjähriger Rechtsprechung darauf verzichtet, ein Kriterium einzuführen, wonach a priori ein Abzug gemäss BGE 126 V 75, wie die SWICA geltend macht, nur dann zulässig sein könne, wenn die dominante obere Extremität funktionell eingeschränkt sei.

9C_435/2020; EL-Vermögensverzicht

2.2. Nach Art. 9 Abs. 1 ELG entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Als Einnahmen angerechnet werden auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit lit. a ELG). Der anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG), wird jährlich um Fr. 10'000.- vermindert (Art. 17a Abs. 1 ELV).

Der Tatbestand dieser Bestimmung ist erfüllt, wenn die leistungsansprechende Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet (BGE 140 V 267 E. 2.2 S. 269 f.; 134 I 65 E. 3.2 S. 70; 131 V 329 E. 4.2 S. 332 mit Hinweisen; Urteil 9C_118/2020 vom 22. September 2020 E. 2.2) oder wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber praktisch nicht Gebrauch macht respektive ihre Rechte nicht durchsetzt (BGE 121 V 204 E. 4a S. 205 f. mit Hinweisen; Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] P 63/04 vom 2. Februar 2006 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Ebenso stellt eine Darlehensgewährung eine Verzichtshandlung in diesem Sinne dar, wenn unter den konkreten Umständen von Anfang an nicht mit einer Rückzahlung zu rechnen war (Urteile 9C_467/2019 vom 4. November 2019 E. 2 am Ende, in: SZS 2020 S. 270, und 9C_180/2010 vom 15. Juni 2010 E. 5.2; ferner Urteil 9C_586/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).

4.

4.1. Vor dem Bundesgericht wird zur Hauptsache gerügt, die Annahme einer Vermögensverzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG verletze in beiden Konstellationen Bundesrecht.

4.2.

4.2.1. Hinsichtlich des Teilbetrags von Fr. 327'600.- bringt die Beschwerdeführerin letztinstanzlich im Wesentlichen vor, sie sei, "naiv und verliebt", "Opfer eines Heiratsschwindlers" geworden. Sie habe das betreffende Geld ihrem damaligen Ehemann anvertraut, von dem sie erwartet habe, er liebe und umsorge sie und werde seiner ehelichen Fürsorgepflicht gerecht.

4.2.2. Damit vermag sie die Schlussfolgerungen des kantonalen Gerichts weder als Ergebnis willkürlicher Beweiswürdigung noch als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG erscheinen zu lassen. Vielmehr hat dieses einlässlich aufgezeigt, dass zum einen keine Anhaltspunkte für eine rechtliche Verpflichtung ihrerseits bestanden, die Angehörigen ihres damaligen Ehemannes im Ausland finanziell zu unterstützen. Auch wenn das übereignete Geld somit diesem Zweck gedient hätte - was indessen nach der Aktenlage ohnehin unklar bleibt -, änderte dies nichts daran, dass der Beschwerdegegner den entsprechenden Betrag nach der diesbezüglich einschlägigen Rechtsprechung (vgl. E. 2.2 hiervor; ferner Urteil 9C_160/2018 vom 9. August 2018 E. 4.1 mit Hinweisen, in: SVR 2018 EL Nr. 19 S. 49) sowohl bei der EL-Berechnung im Jahr 2008 als auch aktuell als Vermögensverzicht einnahmenseitig (unter Berücksichtigung der jährlichen Reduktion gemäss Art. 17a Abs. 1 ELV) anrechnen durfte. Gleiches gilt ferner für den Fall, dass die Erbschaft dazu verwendet worden wäre, "diverse persönliche Geschäftstätigkeiten" des Ehemannes in Togo zu finanzieren respektive eine angebliche dortige "Projektentwicklung" zwecks Aufbau einer "gemeinsamen wirtschaftlichen Existenz" voranzutreiben. Im vorinstanzlichen Entscheid wurde in allen Teilen überzeugend dargelegt, dass die Beschwerdeführerin ausweislich der vorhandenen Unterlagen keinerlei Bemühungen an den Tag gelegt hat, die Risikoträchtigkeit entsprechender Investitionen zu überprüfen bzw. insbesondere eine Abschätzung des möglichen Werteverlustes vorzunehmen. Gerade dadurch befand sie sich indessen in einer analogen Situation zu EL-Ansprechenden, welche ihr Geld in einem vabanque-Spiel gleichenden Hochrisikogeschäften investieren (vgl. etwa Urteile 9C_28/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 4.1, in: SVR 2019 EL Nr. 8 S. 17, und P 37/06 vom 22. Februar 2007 E. 3.2). Sie musste daher von Anfang an damit rechnen, dass ihr das vom Bankkonto abgezogene Geld nicht zurückbezahlt werden würde, und nahm dessen Uneinbringlichkeit daher fahrlässig in Kauf (vgl. Urteil 9C_180/2010 vom 15. Juni 2010 E. 5.2). Weiterungen dazu erübrigen sich, zumal das in der Beschwerde primär betonte Element des Nichtwissens respektive der "Unwissenheit" in diesem Zusammenhang ohnehin nicht zum Tragen kommt.

4.3. Mit Blick auf den zweiten, als Vermögensverzicht angerechneten Teilbetrag von Fr. 226'000.- bestreitet die Beschwerdeführerin weder vor- noch letztinstanzlich die Schätzung des vom Beschwerdegegner zugrunde gelegten Verkehrswerts der im Nachlass befindlich gewesenen Liegenschaft und die darauf abgestützte Berechnung des Erbanteils von Fr. 555'000.-. Sie beanstandet vielmehr, sie habe vom Umstand, dass die damalige Erbteilung auf einem höheren Liegenschaftswert hätte basieren müssen und sie folglich auf einem höheren Erbanteil hätte bestehen können bzw. sollen, nichts gewusst, weshalb ihr kein theoretisch höher zu beziffernder Anteil an der Erbschaft als Vermögensverzicht angerechnet werden könne.

Dem halten Vorinstanz wie Beschwerdegegner die höchstrichterliche Rechtsprechung gemäss Urteil (des Eidg. Versicherungsgerichts) P 63/04 vom 2. Februar 2006 (worin in E. 2.2.2 am Ende wiederum auf das Urteil P 14/95 vom 4. Juli 1997 E. 3b [in: AHI 1997 S. 253] Bezug genommen wird), entgegen. Danach liege eine entsprechende Verzichtshandlung auch vor, wenn von einer Geltendmachung eines Rechts aus Unwissenheit abgesehen werde, die Realisierung der diesbezüglichen Einkünfte jedoch objektiv möglich gewesen wäre. Insbesondere sei gerade von Versicherten, bei welchen sich das von den Ergänzungsleistungen abgedeckte Risiko bereits verwirklicht habe, schon unter dem Blickwinkel der allgemeinen Schadenminderungspflicht ohne Weiteres zu erwarten, dass sie sämtliche Einkunftsmöglichkeiten, über die sie verfügten, auch tatsächlich realisierten. Der Beschwerdeführerin bleibe es mithin verwehrt, sich im Hinblick auf die ihr mögliche Geltendmachung eines höheren Erbteils auf ihr Nichtwissen zu berufen.